Vor etwa zwei Wochen habe ich euch meine sieben liebsten Naturkosmetik-Produkte für den Sommer 2012 präsentiert. Darunter war auch die Selbstbräunungslotion von Melvita zu finden, welche ich euch nun genauer vorstellen möchte. Das Produkte habe ich (kosten- und bedingungslos) zur Verfügung gestellt bekommen. Von selbst hätte ich es mir vermutlich nicht gekauft. Meine letzte Erfahrung mit Home-Tanning liegt schon eine Weile eine Ewigkeit zurück. Als ich 13 oder 14 Jahre alt war habe ich das erste (und bis vor ein paar Wochen auch letzte) Mal meine Beine mit einem Bräunungs-Produkt „behandelt“ – das Wort beschreibt es ganz gut. Damals hatte ich noch keine Ahnung von Peeling oder der Vorbereitung trockener Stellen mit eine Feuchtigkeitspflege. Mein Erstversuch endete damit, dass ich mit braunen Beinen und dunkelbraunen Knien/Knöcheln in der Wanne saß und versucht habe die Farbe mit einer Bürste abzuschrubben. Ich muss gerade lachen :D

Meine jüngsten Erfahrungen mit der Selbstbräunungslotion von Melvita sind glücklicherweise wesentlich positiver ausgefallen. Erst in diesem Frühjahr kam sie auf den Markt und ergänzt die Prosun Serie.

Die Selbstbränunungslotion ist laut Hersteller sowohl für Gesicht als auch Körper geeignet. Ich habe sie ausschließlich am Körper bzw. meinen Beinen getestet. Aufgrund meiner Erfahrungen damit, kann ich mir allerdings auch die Anwendung im Gesicht sehr gut vorstellen. Das Produkt ist hellgelb gefärbt. Es riecht süßlich – nach Vanille und Cocos. Ich finde den Duft sehr angenehm.

Für ein Bein benutze ich eine reichlich haselnussgroße Menge. Die Dosierung funktioniert recht gut. Ein Pumpspender würde mir allerdings noch mehr zusagen, sodass man (z.B. für jedes Bein) mit einem Pumpstoß exakt die gleiche Menge entnehmen kann.

Ich benutze den Selbstbräuner an zwei bis maximal drei Tagen nacheinander. Vor dem ersten Auftrag peele ich die Beine gründlich. Eine extra Vorbehandlung mit einer Pflege war bisher nicht nötig, da das Produkt selbst feuchtigkeitsspendend ist. Wenn ihr allerdings zu sehr trockenen Knien oder Schienbeinen neigt, würde ich diese etwa eine Stunde vor dem Auftrag des Bräuners mit einer leichten Lotion pflegen. Ich trage die entnommene Menge erst grob auf Ober- und Unterschenkel auf und verteile dann alles gleichmäßig auch über den Fußrücken, die Knöchel, die Knie sowie den halben Po (als würde ich ein Bikinihöschen tragen). Das Produkt lässt sich sehr gut auf der Haut verteilen und zieht ähnlich schnell ein wie eine (nicht zu reichhaltige) Bodylotion. Für den Auftrag nehme ich mir allerdings deutlich mehr Zeit als für eine normale Pflege, um alles gut zu verteilen und in die Haut einzuarbeiten. Händewaschen danach nicht vergessen.

Nach der ersten Anwendung ist kaum ein Unterschied zu erkennen. Deutlicher wird es nach dem zweiten Auftrag wobei das Ergebnis dennoch vergleichsweise dezent ist. So kann man die Intensität nach und nach steigern. Ich benutze das Produkt maximal an zwei bis drei aufeinanderfolgenden Tagen, da es im Verlauf einer Woche noch nachdunkelt. Harte braune Ränder gibt es übrigens nicht – die Übergänge sind fließend.

Nach etwa sechs bis sieben Tagen (ausgehend vom Tag der ersten Anwendung) nutze ich ein Peeling und beginne von vorn. Das Peeling trägt die Bräune weitestgehend ab.

Die Inhaltsstoffe haben mich bei diesem Produkt besonders interessiert, da die tägliche Nutzung von Selbstbräuner in den vergangenen Sommermonaten immer mal wieder ein Thema in den Medien war. Bis vor wenigen Jahren wurden Selbstbräuner ja noch als DIE Alternative zu übermäßigem Sonnenbaden und Solarium gefeiert. Der zuckerähnliche Stoff Dihydroxyaceton (DHA), der für die gelblich-braune Färbung sorgt, wurde als natürliche und gesunde Möglichkeit der Hautbräunung betrachtet. Inzwischen weiß man, dass DHA unter langer Wärmeeinwirkung zerfallen und dabei Formaldehyd entstehen kann. Dieser Stoff reizt Schleimhäute, kann Allergien auslösen und ist zudem krebsverdächtig. (Nachzulesen bei Öko-Test hier und hier.)

In der Bräununglostion von Melvita ist DHA nicht enthalten. Als färbender Wirkstoff wird Erythrulose eingesetzt. Auch dabei handelt es sich um einen zuckerähnlichen Stoff, der allerdings stabiler ist. Die Bräunung durch Erythrulose setzt nicht so schnell ein, hält dafür allerdings länger und ist auch gleichmäßiger als die Färbung durch DHA. In vielen Selbstbräunern werden die beiden Stoffe daher kombiniert angewendet.

Übrigens ist DHA sowohl für den BDIH-Standard als auch für die NATRUE-Zertifizierung erlaubt. Wenn ihr also auf DHA verzichten möchtet, dann verlasst euch nicht auf die Siegel sondern prüft die Inhaltsstoffe ganz genau.

Ingredients: Aqua/Water, Citrus Aurantium Dulcis (Orange) Fruit Water*, Glycerin, Caprylic/Capric Triglyceride, Erythrulose, Dicaprylyl Ether, Coco-Caprylate, Arachidyl Alcohol, Carthamus Tinctorius (Safflower) Seed Oil*, Glyceryl Stearate SE, Helianthus Annuus (Sunflower) Seed Oil*, Cocos Nucifera (Coconut) Oil*, Mauritia Flexuosa Fruit Oil*, Cera Alba/Beeswax, Behenyl Alcohol, Arachidyl Glucoside, Tocopherol, Xanthan Gum, Sclerotium Gum, Levulinic Acid, Cetearyl Alcohol, Sodium Levulinate, Terpineol, Sodium Benzoate, Parfum/Fragrance, Benzyl Benzoate**
*Inhaltsstoff aus Bio-Anbau
** natürlicher Duftstoff

99% der gesamten Inhaltsstoffe sind natürlichen Ursprungs.
23% der gesamten Inhaltsstoffe stammen aus kontrolliert biologischem Anbau.

Ich begrüße es natürlich, dass kein DHA enthalten ist, möchte an dieser Stelle aber auch auf drei Stoffe hinweisen, die aus der Weiterverarbeitung von Palmöl stammen könnten: Caprylic/Capric Triglyceride, Glyceryl Stearate SE und Cetearyl Alkohol.

Fazit

Zu meinen Bedürfnissen (die wirklich sehr hellen Beine an die dezente Sommerbräune von Armen und Gesicht anzugleichen) passt die Feuchtigkeitsspendende Selbstbräunungslotion von Melvita sehr gut. Ich finde es zudem großartig, dass der Grad der Bräunung so einfach und gut regulierbar ist. Übrigens kann man den Bräunungsgrad auch über die Menge des Produktes leicht beeinflussen (mehr Produkt = stärkerer Effekt).

Die Lotion ist sowohl mit ECOCERT-Label, als auch mit COSMEBIO-Label ausgezeichnet. Melvita ist zudem bei leapingbunny.org gelistet. Ich habe extra noch mal nachgesehen, da das auf der Packung abgebildete Häschen-Symbol etwas anders aussah als es für diese Auszeichnung sonst üblich ist. Eine Tube kostet 19,90 € bei einem Inhalt von 150 ml.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Selbstbräunern für zu Hause gemacht? Welche Produkte benutzt ihr? Kennt ihr die Selbstbräunungslotion von Melvita schon und wie gefällt sie euch?

 

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Diskussion

24 Kommentare zu “Melvita Prosun Selbstbräunungslotion ohne DHA”
  1. Princess sagt:

    Ich bin ja ein Fan von Blässe, aber der Selbstbräuner von Melvita hört sich gut an! V.a. wenn er nicht so gruselig vom Effekt ist, wie die Selbstbräuner die ich aus meiner Jugend kenne. ;)

    • Geht mir genauso – ich mag Blässe sehr sehr gern, daher hätte ich von selbst wahrscheinlich keinen Selbstbräuner gekauft. Das Einzige was mich eben manchmal „stört“ ist, wenn die Beine (die ja im Frühjahr häufig noch in langen Hosen oder Strumpfhosen stecken während Gesicht und Arme schon Sonne abbekommen) dann in Rock bzw. kurzen Hosen noch heller sind als der Rest. Die Beine Bräunen ja auch nicht so gut nach. Bei mir zumindest nicht, aber ich sonne mich auch enorm selten ganz bewusst. Um die Farbe dann anzugleichen find ich das Produkt sehr schön und muss zugeben, dass so ein leichter Touch Bräune auch gleich etwas besser zum Rock aussieht.

  2. beautyjagd sagt:

    ich habe auch schon lange keinen Selbstbräuner mehr verwendet. Im Sommer hat mich dann die Diskussion zu DHA erst recht noch abgeschreckt, deswegen finde ich es interessant, dass Melvita den Stoff nicht einsetzt. Danke für deine ausführliche Review, vielleicht wage ich mich ja mal wieder an einen Selbstbräuner :) .

  3. Jana sagt:

    Danke für die Review! Ich habe noch nie Selbstbräuner verwendet aufgrund der fast immer zweifelhaften Inhaltsstoffe, würde aber im Sommer echt gerne meinen weißen Beinen mal ein wenig einheizen. Ich hab richtig Lust, es nächsten Sommer auszuprobieren!

    • Ich hab ja auch eher wenig Erfahrung mit solchen Produkten, aber finde so einen Touch Farbe auf den Beinen wirklich sehr ansprechend. Ich werd das im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder nutzen.

  4. Oh, das ist jetzt innerhalb kürzester Zeit der zweite sehr positive Bericht, den ich über den Selbstbräuner von Melvita lese.
    Da muss ich wohl auch im Frühling mal schwach werden, denn jetzt lohnt es sich für mich persönlich nicht mehr…

    Liebe Grüße und danke für diese ausführliche Review :)

  5. Hey,

    habe dich über Blog-Zug gefunden und finde, dass dein Blog wirklich toll ist! Habe mich sehr über deine Leserzahl gewundert, hatte wirklich gedacht, dass du bei weitem mehr Leser hast. Aber die Zahl sagt ja nichts zwagngsläufig was aus :) Werde auf jeden Fall beobachten, wie weit deine Leserzahl noch so wächst :)

    Und ich traue mich leider nie so richtig an Selbstbräuner ran. Ich glaube irgendwie, dass mir Blässe besser steht, außerdem habe ich immer Angst, dass es fleckig wird oder es unnatürlich aussieht. Aber sollte ich mich doch mal dran wagen, deine Review klingt ja wirklich super! Danke, wirklich ausführlich & informativ :)

    Liebste Grüße :)

    • Hey Jubie,

      hab vielen Dank für das liebe Kompliment :) Wir sind übrigens zwei Autorinnen auf dem Blog. Mia schreibt über Pflege für empfindliche Haut, High-End-Kosmetik und Mode. Ich beschäftige mich größtenteils mit Naturkosmetik.

      Die Befürchtung, dass es fleckig werden könnte oder zu gelb aussieht, hatte ich auch. Daher habe ich die Lotion das erste Mal probiert als es etwas kühler war und ich lange Hosen tragen konnte :D Durch die schrittweise Bräunung wird es aber wirklich nicht unnatürlich – bei mir ist es wirklich nur ein Hauch Farbe :)

      Liebe Grüße
      °Sun

  6. Jammin sagt:

    Meine Erfahrungen mit Selbstbräunern sind bisher eher mittelmäßig bis schlecht – egal ob KK oder NK, nichts hat mich bisher überzeugen können.
    Dein Bericht klingt aber wirklich positiv, wäre durchaus mal eine Überlegung wert, wobei wir uns ja jetzt doch sehr der kalten Jahreszeit nähern und ich da meine Käsebeine in Leggings, Hosen oder Strumpfhosen verpacke :D

    • Haha ja – meine Review kommt witterungsmäßig natürlich zu spät. Da ich aber bei meinen Sommer-Favoriten geschrieben habe, dass ich das Produkt bald vorstelle, wollte ich mich auch gern dran halten :) Ich werd im kommenden Frühjahr sicher noch mal irgendwie auf den Selbstbräuner verweisen.

  7. Anonymous sagt:

    Hallöchen,

    ich habe den Melvita Selbstbräuner auch am Wochenende ausprobiert. Ich bin eine von der ganz hellen Sorte :) und habe die gleiche Erfahrung gemacht. Die Creme hat eine Sahnige Konsistenz, lässt sich super verteilen und zaubert eine angenehme Bräune ohne den bei mir üblichen – ich seh aus wie eine Karotte- Effekt.
    Super Produkt. Ich freue mich auch schon rießig auf die BB Cream die Melvita herausbringen wird. Die wird auch sofort getestet!!

    Liebst,
    Marie

    • Hey Marie,

      schön, dass du meinen Eindruck bestätigst. Ich benutze den Selbstbräuner von Melvita seit März jetzt auch in diesem Jahr schon wieder regelmäßig und bin nach wie vor total angetan :)

      Liebe Grüße
      °Sun

  8. Sonny sagt:

    Seid meiner Umstellung zur NK letztes Jahr habe ich noch immer die Sante Selbstbräuner Lotion bei mir rumstehen. Leider enthält sie DHA, ich versuche nun einfach, ihn nur jeweils abends zu nutzen und hoffe, dass sich das Problem damit erledigt,da ich ja dann damit nicht grosser Hitze ausgesetzt bin.

    Zusätzlich habe ich in meiner Schublade noch den Ringana Bräunungsaktivator gefunden, der sehr pflegend ist und als After-Sun genutzt werden kann. Er enthält auch Erythrulose und kein DHA. Ich muss sagen, ich mag ihn sehr.

    • Hey Sonny,

      danke dir für den Hinweis auf Ringana. Hat er denn einen sichtbaren Bräunungseffekt? Aktivator klingt eher so als würde er die natürliche Bräunung unterstützen, aber nicht selbst für Farbe sorgen.

      Liebe Grüße
      °Sun

  9. […] der Dr.Hauschka Lipstick Pink Topaz erfreut sich nach wie vor regelmäßiger Verwendung und die Selbstbräunungslotion von Melvita habe ich erst vor ein paar Tagen nachgekauft. Auch aus der folgenden Zusammenstellung haben einige […]

  10. […] Monate später hat sie dann erneut eine Lobeshymne auf diesen Selbstbrüner gepostet. Auch das Alabastermädchen hat dazu berichtet. Somit habe ich Melvita angeschrieben, wie der pH Wert von ihrem Produkt ist und bekam folgende […]

  11. […] (ein Zwischenprodukt aus Gel und Hydrolat) begeistert. Aber auch Entdeckungen aus 2012 wie z.B. die Selbstbräunungslotion ohne DHA oder die intensive Pflegecreme* für sehr trockene und empfindliche Haut habe ich weiterhin sehr […]

  12. […] zurückgehalten und neben ein paar Neuheiten auch einige meiner Favoriten (wie beispielsweise die Prosun Selbstbräunungslotion) gleich nachgekauft. Zudem habe ich ein weiteres Exemplar des L´Or Rose Trockenöls mitgenommen, […]

  13. […] von Ringana, die kein DHA enthalten. Dieser Wirkstoff ist zudem nicht ganz unumstritten. Ich habe 2012 bereits davon berichtet. Auch Agata hat sich bei Magimania näher mit dem Thema DHA und Erythrulose […]

  14. […] Jess von den Alabastermädchen gerade eine Reihe an Selbstbräunern miteinander verglichen. Sie hat in diesem Post außerdem eine Review zur Prosun Selbstbräunungslotion von Melvita veröffentlicht und geht dabei […]

  15. […] Wie Erythrulose als Selbstbräuner Inhaltsstoff funktioniert und weshalb er diese Vorteile bietet, ist ausführlich im Blogpost über Erythrulose erklärt und ist das nachträgliche Lesen auf jeden Fall wert. Ebenfalls der Blogpost von Jess von den Alabaster Mädchen über die Melvita Prosun und Erythrulose in der Praxis. […]

  16. […] wenn es um das thema Kosmetik geht. Wirklich toll und sehr empfehlenswert.  Ein weiterer toller Bericht in einem ebenso tollen Blog findet sich auf alabastermaedchen.de. Auch hier schaue ich sehr gern […]

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